ReiseberichteNamibiaKaokoland - Der einsame Nordwesten Namibias (2008)

Kaokoland - Der einsame Nordwesten Namibias (2008)

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Kaokoland - Der einsame Nordwesten Namibias (2008)
Freitag, 8.August: Flug nach Johannesburg
Samstag, 9.August: Johannesburg - Windhoek
Sonntag, 10.August: Windhoek - Waterberg
Montag, 11.August: Waterberg - Hoba-Meteorit
Dienstag, 12.August: Hoba-Meteorit - Sachsenheim
Mittwoch, 13.August: Sachsenheim - Halali
Donnerstag, 14.August: Halali - Okaukuejo
Freitag, 15.August: Okaukuejo - Kamanjab
Samstag, 16.August: Kamanjab - Drei Linden
Sonntag, 17.August: Drei Linden - Epupa Falls
Montag, 18.August: Epupa Falls - Buschcamp 1
Dienstag, 19.August: Buschcamp 1 - Buschcamp 2
Mittwoch, 20.August: Buschcamp 2 - Kunene (Van-Zyl's-Pass)
Donnerstag, 21.August: Kunene - Red Drum - Buschcamp 3
Freitag, 22.August: Buschcamp 3 - Purros
Samstag, 23.August: Purros - Sesfontein
Sonntag, 24.August: Sesfontein - Khowarib
Montag, 25.August: Khowarib - Buschcamp 4
Dienstag, 26.August: Buschcamp 4 - Spitzkoppe
Mittwoch, 27.August: Spitzkoppe - Swakopmund
Donnerstag, 28.August: Swakopmund - Buschcamp 5
Freitag, 29.August: Buschcamp 5 - Windhoek
Samstag, 30.August: Windhoek - Rückflug
Epilog
Alle Seiten

Kaokoland – der einsame Nordwesten Namibias

Tagebuch einer Reise in eine vergessene Welt

von Hartmut Schlichter

 

Prolog

 

Es ist dieser allgegenwärtige Staub, der durch alle Ritzen kriecht, durch Lüftung und Klimaanlage ins Wageninnere dringt, sich auf alle Sa­chen legt. Der einen blind ins Nichts fahren lässt, wenn man einem anderen Fahrzeug begegnet. Den man auf der Zunge schmeckt, den man riecht. Der einen verzweifeln lässt, den man irgend­wann verflucht und zu bekämpfen schließlich aufgibt. Und der doch irgendwie dazu­gehört.

Es ist dieses gleichmäßige Brummen des Motors, wenn es auf glatter Pad in zügiger Fahrt vorangeht. Es ist dieses Rumpeln auf übler Waschbrettpiste, das jeden und alles durcheinanderschüttelt. Und es ist dieses gequälte Stöhnen des Motors, wenn die Fahrt über grobes Felsgestein oder durch feinen Tiefsand führt.

Es ist diese unglaubliche Trockenheit, diese erbarmungslose Sonne, die das Land ausdörrt und verbrennt, und es ist dieses erfrischende Gefühl beim Anblick letzter Reste von Wasser, selbst wenn es sich nur noch um eine schmutzige Brühe handelt.

Es ist diese empfindliche Kühle des Morgens und diese unerträgliche Hitze des Mit­tags, wenn nicht nur die Sonne, sondern auch die Erde, der Sand, die Steine die ge­speicherte Wärme abstrahlen und man verzweifelt einen schattigen Platz sucht. Und es ist dieses unbeschreibliche Licht in der letzten Stunde des Tages, wenn die Sonne alles in warme Farben hüllt, kurz bevor sie in rasanter Fahrt in den Horizont eintaucht und innerhalb kürzester Zeit die dunkelste Nacht mit den geheimnisvollen Geräuschen des Buschs hereinbricht.

Es ist dieser unbeschreibliche Sternenhimmel unter dem Kreuz des Südens, mit ei­ner Milchstraße, die zum Greifen nahe scheint, mit Sternen, die durch kein der Zivili­sation entstammendes Licht in ihrer Leuchtkraft beeinträchtigt werden.

Es ist dieses beschaulich-geschäftige Treiben in den Orten und das fröhliche Winken der Menschen auf ihren Eselskarren. Es ist diese oft unerträgliche Armut, die milde Gaben nicht wirklich zu lindern vermögen, und es ist die Dankbarkeit und das Lä­cheln, wenn man versucht, ein wenig zu helfen.

Es ist dieser gotterbärmliche, um ein Almosen bettelnde Krüppel mit den verdrehten Beinen, dem Grinsen eines Idioten und ein paar Münzen in seiner Papp­schachtel, der sich, nur Se­kunden später, als eine fröh­lich lärmende Menge vorbei­zieht, wie durch ein Wunder geheilt, in einen tanzenden Derwisch ver­wandelt. Und der wieder zu dem armseligen Bettler wird, als die Menge seinen Blicken ent­schwun­den ist. Im ersten Moment ist man erbost ob der Dreistigkeit, mit der er seinen Mitmenschen Mitleid und Geld ent­lockt, doch einen Augenblick später verzeiht man ihm in dem Glauben, dass solch hohe Schau­spielkunst belohnt werden muss.

Es ist dieses Afrika, dieses Namibia, das einen manchmal verzweifeln und doch im­mer wiederkeh­ren lässt. 

Namibia 2008

 

 

 




Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 22. Februar 2011 um 22:01 Uhr

 

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