ReiseberichteNamibiaNamibia - Die Faszination der Leere (2001)

Namibia - Die Faszination der Leere (2001) - Seite 8

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Namibia - Die Faszination der Leere (2001)
Namib
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Kaokoveld
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Das Kaokoveld im Nordwesten Namibias ist eine auch heute noch selten besuchte Region. Sie ist die Heimat der Himba, dieser kakaobraunen Menschen, die leider nur noch selten in ihren ursprünglichen, traditionellen Familienverbänden leben. Die „Segnungen“ der Zivilisation haben auch ihren Lebensraum stark eingeengt, wenn nicht zerstört.

Sesfontain, einer der wenigen größeren Orte in der Region, besteht aus einer Tankstelle, dem People’s Corner Shop, einem alten deutschen Fort und vielleicht 100 Hütten. Von Sesfontain aus unternehmen wir eine geführte Tour in das ausgetrocknete Flussbett des Hoanib River – das Reich der berühmten Wüstenelefanten. Dank der Ortskenntnis und Geduld unseres Guides bekommen wir auch tatsächlich welche zu Gesicht. Wüstenelefanten sind kleineren Wuchses als normale Elefanten und legen täglich Dutzende von Kilometern auf der Suche nach Wasser zurück. Sie haben ein untrügliches Gespür für unterirdische Wasseradern entwickelt, über denen sie nach dem lebensspendenden Nass graben.

Kaokoveld, Hoanib River, Wüstenelefant

Kaokoveld, Hoanib River Bed, Wüstenelefant

 

Für die Rückfahrt nach Sesfontain wählt unser Guide einen anderen Weg. Wir fahren über unendlich weite, mit silbrigem Gras bewachsene Hochebenen, aus denen in der Ferne einige Berge herausragen. Oryx-Antilopen grasen friedlich in dieser grandiosen Urlandschaft und nehmen kaum Notiz von uns. An einem Steinhügel machen wir Rast und entdecken – man glaubt es kaum – auf einer umgedrehten Blechtonne abgestellt, ein Telefon. Irgendwer hat dann nur vergessen, den Anschluss herzustellen. Please hold the line...

Kaokoveld, Oryx-Antilope

Kaokoveld, Oryx-Antilope

 

Kaokoveld, Please hold the line...

Kaokoveld, Please hold the line...

 

Irgendwann verlässt unseren Guide sein guter Orientierungssinn und wir stellen fest, dass wir uns verirrt haben. Glücklicherweise ist uns Mitteleuropäern auch noch ein Rest instinktiven Wissens aus grauer Vorzeit geblieben, und in namibisch-deutscher Gemeinschaftsarbeit schaffen wir es, noch vor Einbruch der Dunkelheit in einem unvergesslichen Streiflicht, welches das Herz eines jeden Fotografen höher schlagen lässt, das alte Fort in Sesfontain zu erreichen.

Die kleine weiße Wolke hat die Sonne wieder freigegeben, die ihre gleißenden Strahlen nun wieder zu uns entsendet und mich aus meinen Tagträumen in die Realität zurückholt. Wirkliche Abkühlung wird erst die kommende Wüstennacht bringen, die durchaus empfindlich kalt werden kann. Dann werden wir wieder der Faszination des unglaublich klaren Sternenhimmels mit den ungewohnten Sternbildern erliegen, und gegen Morgen, wenn die letzte Glut des Lagerfeuers erloschen sein wird, wird ein neuer, heißer Tag über den unendlichen Weiten des kargen und doch so schönen Landes im Südwesten Afrikas anbrechen.

 


© Copyright by Hartmut Schlichter

 

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 22. Februar 2011 um 22:01 Uhr

 

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